Wenn die Risikobeurteilung erst nach der fertigen Konstruktion beginnt
Steht die Konstruktion bereits fest, bevor die Risikobeurteilung beginnt, läuft es nach der Erfahrung von Matthias Schulz fast immer nach demselben Muster ab: Eine Standardliste von Gefährdungen wird Punkt für Punkt abgeprüft, und man versucht, die bereits fertige Maschine nachträglich über Schutzmaßnahmen sicherer zu machen.
Das Ergebnis ist oft eine „As-Built"-Dokumentation, die längst getroffene Konstruktionsentscheidungen im Nachhinein rechtfertigt – im schlimmsten Fall werden dadurch sogar schon gemachte Konstruktionsfehler fortgeschrieben, statt sie zu beheben.
Sein Gegenmodell: erst die Anwendung wirklich verstehen, bevor überhaupt eine Gefährdungsliste zur Hand genommen wird. Arbeitet er von Anfang an mit Kunden zusammen, klärt er zunächst den Anwendungszweck, den konkreten Ablauf im Normal- und Störungsbetrieb, den verfügbaren Platz und erst danach die Gefährdungen, die aus dieser konkreten Kombination entstehen. In der frühen Konzeptphase lässt sich noch vieles ohne großen Aufwand ändern – ein Grund mehr, warum sich diese Reihenfolge am Ende sogar Zeit spart.