„Wo ist die CE-Dokumentation?" – wenn die Risikobeurteilung erst zum Schluss kommt
„Das Projekt läuft, die Maschine wird gebaut, der Vertrieb will ausliefern – und dann kommt der ‚Compliance Klaus‘ des Unternehmens: Wo ist die CE-Dokumentation?" So beschreibt Matthias Schulz eine Situation, die er in der Praxis immer wieder erlebt.
Wird die Risikobeurteilung erst nachträglich erstellt, wenn die Konstruktion längst feststeht, beginnt seiner Erfahrung nach oft ein mühsames „Glattziehen": Gefährdungen werden rückwirkend analysiert, Schutzmaßnahmen nachträglich dokumentiert. Das Ergebnis wirkt dann zwar formal korrekt, hat mit der Realität aber häufig wenig zu tun – im schlimmsten Fall schreibt die Dokumentation sogar schon gemachte Konstruktionsfehler einfach fort.
Sein Gegenvorschlag: Die Risikobeurteilung muss parallel zur Konstruktion laufen, statt als Papierkram am Ende hinterherzulaufen. Wer Gefährdungen erkennt, während er noch konstruiert, kann Risiken durch cleveres Design von vornherein eliminieren – und spart am Ende Zeit, Kosten und Haftungsrisiko zugleich.