Risiken beurteilen und verstehen
Sicherheits- und Warnhinweise in der Betriebsanleitung sollten eigentlich direkt aus der Risikobeurteilung folgen. In der Praxis klafft hier oft eine Lücke: Ein Warnhinweis ist gefordert, aber die passende Gegenmaßnahme fehlt, oder der Bezug zum konkreten Arbeitsschritt bleibt unklar.
Matthias Schulz macht dafür vor allem eine Methodenfrage verantwortlich: Wird die Risikobeurteilung anhand einer reinen Gefährdungsliste erstellt statt – wie seit 2007 in EN ISO 12100 gefordert – aufgabenbezogen entlang der Lebensphasen, fehlt genau der Bezug zur Arbeitssituation, den die Technische Redaktion braucht, um Warnhinweise sinnvoll zu platzieren.
Sein Rat: Technische Redaktion sollte fester Bestandteil interdisziplinärer Risikobeurteilungs-Teams sein – nicht um die Risikobeurteilung selbst durchzuführen, sondern um den Blick der Anwenderinnen und Anwender mit einzubringen.